Die Geschichte des Hardcore-Porno

Es gibt den Hardcore-Porno schon länger als man gemein hin glaubt. Im folgenden ein kleiner Abriss der Geschichte des Porno-Films.
1900 - Schon seit Beginn dieses Jahrhunderts, als die Kinematografen mit ihren “lebenden Bildern” von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zogen, spielte Pornografie eine Rolle in der Geschichte des Films.
1899 eröffnete der Schauspieler Otto Pritzkow in Berlin das erste Kino, das bezeichnenderweise den Namen “Abnormitäten- und Biograph-Theater” trug.
Hier wie in den USA ging vor allem die Masse der Arbeiter und Bürger, denen schicke Konzertsäle verschlossen waren, in die Lichtspieltheater.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kostete der verruchte Blick auf nackte Brüste und volle Hüften meist einen Nickel (5 Cent), was den Amüsement-Buden den Namen “Nickelodeons” einbrachte.
Dann aber trat in den 20er Jahren der “Hays Code” in Kraft.
Der verbot so ziemlich alles, was irgendwie mit der Darstellung von Sex zu tun hatte, und regelte sogar die Art und Weise, wie sich die Paare im Film zu küssen hatten.
Die Ära des ultrakonservativen US-Senators McCarthy tat ein übriges dazu, den Puritanismus nicht nur der Amis zu stärken.
Pech für die Fans nackter Tatsachen: Der Sexfilm wanderte in die Illegalität.
1950 – Wegen der strengen Auflagen wurde in Hollywood selbst mit Sex im Film kaum Umsatz gemacht.
Wer Filme wie Alex De Renzys 8 MM Pornokurzfilm”Smart Aleck” (1951) sehen wollte, musste illegale Kopien unter dem sprichwörtlichen Ladentisch kaufen.
Weil die Nachfrage ungebremst war, versorgte eine ganze Reihe von Filmemachern das begierige Publikum mit legalen “Nudies”.
Daraus tat sich vor allem einer hervor: Russ Meyer, der 1959 mit “The Immortal Mr. Teas” seine Vorliebe für überbordende Oberweiten erstmals in Szene setzte.
Wer halboffiziell drehte und die Regeln wenigstens teilweise umgehen wollte, machte Pseudo-Dokumentationen.
In denen wurden unter dem Deckmantel der Aufklärung Bilder nackter Frauen und Männer und deren Geschlechtsteile ohne strafrechtliche Konsequenzen gezeigt – es geschah ja alles im Namen der Wissenschaft.
In Deutschland kam die Aufklärungswelle mit Oswald Kolle und Filmen wie “Dein Mann – Das unbekannte Wesen” zeitversetzt etwas später an.
1960 – In den 60er Jahren startete die sexuelle Revolution. Es war die Zeit der ersten offiziellen Pornofilme und auch die Zeit, in der man manche inoffizielle Pornofilme live an diversen Stränden beobachten konnte.
Die Aufklärung der Jugend wurde zum öffentlichen Interesse und gipfelte in Stilblüten wie diverse Aufklärungsfilme, Schulmädchen-, Hausfrauen-, usw. reports.
Ja ja, die berühmte Freizügigkeit der Skandinavier: 1968 gab Dänemark als erster Staat der Welt die Pornografie frei.
Das löste eine frühe Welle von Sex-Tourismus aus: Alle wollten dänische Pornokinos besuchen.
Amerikanische Geschäftsleute, findig wie eh und je, schlugen auch daraus Profit: Sie drehten – mal wieder – Dokumentationen über das Phänomen Sexkino, und zeigten – straffrei – in den USA Ausschnitte aus dem dänischen X-Rated-Material.
1970 schliesslich entstand Bill Oscos “Mona: The Virgin Nymph”, der als erster “echter 70 Min.” Pornofilm der Filmgeschichte gilt.
Er verband mehr als deutliche sexuelle Aktionen mit einer Rahmenhandlung. In kurzer Zeit entstanden Filme wie “Harlot”, “School Girl” oder “Bad Barbara”.
Richtig los ging es mit dem Hardcore-Porno aber erst 1972, als – endlich! – in den USA die Veröffentlichung expliziten Materials legalisiert wurde.
Jetzt wurden “Deep Throat” von Gerard Damiano und Jim Mitchells “Behind the Green Door” zu Kassenknüllern in ganz regulären Programmkinos.
Sie spielten jeweils um die 20 Millionen Dollar ein – mehr als mancher zahme Hollywood-Schinken.
Es folgten Werke mit so schönen Titeln wie “The Devil in Miss Jones”, “The Opening of Misty Beethoven” oder “Pretty Peaches”.
Die Darsteller wie Linda Lovelace, Marilyn Chambers, John Holmes oder Georgina Spelvin waren echte Stars.
Deutschland – In den Blanke-Busen-Filmen der 70er hat so ziemlich jeder mitgespielt, der in der deutschen Filmbranche Rang und Namen hat – Horst Tappert, Heiner Lauterbach, Ruth Maria Kubitschek oder auch “MCM”-Taschenkönig Michael Cromer.
Diese Jugendsünden sind den meisten heute mehr als peinlich. Ähnlich stiefmütterlich wurde der deutsche Pornofilm samt seinen Darstellern auch in den Folgejahren behandelt. Grosse Namen gibt es daher kaum.
Gerade mal Sibylle Rauch, Dolly Buster und Teresa Orlowski (“Die Deutschen scheinen wirkliche Komplexe zu haben”, sagte sie in einem Interview) fallen einem ein.
Erste endete nach einem Selbstmord-Versuch in der Versenkung. Und die beiden letzteren sind weder geborene Deutsche, noch weiterhin als Porno-Darsteller aktiv.
Langsam, ganz langsam erscheinen junge deutsche Nachwuchs-Hoffnungen am Porno-Himmel. Zu denen gehört auf jeden Fall Kelly Trump.
Die ausgebildete Zahnarzt-Helferin wurde 1997 mit dem Porno-Oscar ausgezeichnet.
Einer der wenigen männlichen Darsteller ist der blonde, kühle Wolff aus dem Norden. Er ist jedoch in erster Linie in den USA “aktiv”.
Video – Pornos sollten immer schon vor allem eins: Geld bringen. Hochwertige Ware für Programmkinos war zu teuer herzustellen; es rechnete sich nicht.
Als Resultat wurden die Filme Ende der 70er billiger, freud- und liebloser produziert – und vom Inhalt her oft härter, auf ein spezielles Publikum zugeschnitten.
Man kann behaupten, daß die sexuelle Revolution mit dem Anfang der 80er abrupt endete. Sex wurde wieder zum Tabuthema, und eine ganz neue Entwicklung setzte ein.
Der Sex wurde pervers: Bondage, Fetisch, SM und Kliniksex z.B. sind Kinder der 80er und 90er.
Die Modelle wurden immer jünger und immer hübscher. Von Technogören, Schulmädchen über Studentinnen bis hin zu den leicht perversen Krankenschwestern.
Das sind die typischen Themen bis in die heutige Zeit.
Als der Videorekorder Einzug in die Wohnzimmer hielt, war es endgültig aus mit den glorreichen Zeiten der Porno-Industrie.
Weil die Leute die unnütze Rahmenhandlung sowieso per schnellem Vorlauf übersprangen, mussten Regisseure und Darsteller darauf auch keine Sorgfalt verwenden.
Mitte der 80er erlebte der Edel-Porno mit schönen Menschen in schicker Umgebung eine neue Hochphase, mit neuen Darstellerinnen wie Ginger Lynn oder Traci Lords.
Beide versuchten auch, im Mainstream Showbiz Fuss zu fassen: Traci brachte es über Rollen in Filmen von Kult -Regisseur John Waters “Cry Baby”,”Serial Mom” sogar bis in die populäre Twen-Serie “Melrose Place”.
Hollywood – Das Thema ist angesagt in der Traumfabrik. Den Anfang machte “Larry Flynt – Die nackte Wahrheit”, in dem Woody Harrelson den streitbaren Herausgeber des “Hustler” verkörperte.
Nach dem Kritikerlob für “Boogie Nights” will auf einmal jeder auf den freizügigen Zug aufspringen: Die Kung-Fu-Variante “Orgazmo” (Sex als Kampfsport) und “The Player’s Club” von und mit Rapper Ice Cube (Geschichte einer schwarzen Stripperin) kamen ins Kino.
1990 – Anfangs der neunziger Jahre genügte es nicht mehr nur einen schönen Körper zu haben, dieser musste auch noch in eng anliegendes Latex und teure Designer Kleider gezwängt werden.
1989 begann die Ära der Porno-Glamour-Chic-Welle mit Andrew Blake´s NIGHT TRIPS 1&2.
In seinen Filmen dürfen immer nur die amerikanischen (West Coast) Schönlinge durch prächtige Villen wandern und an narbenfeien, Solarium gebräunten Körpern nuckeln.
Blake macht mit seinem sterilen Inszenierungsstil den expliziten Geschlechtsakt, untermalt mit Modern Jazz Musikklängen, gesellschaftsfähiger.
Die Schamröte kann bei soviel teurer Reizwäsche und schönen Menschenleibern fast nicht mehr ins Gesicht steigen.
Aber nicht nur die Anreicherung der Pornographie mit süssen Versace Modellen liess die Herzen der Erotomanen höher schlagen.
Auch Effektorgien, aus teuren Computern generiert, sorgten für Preise an den Pornofilm Festivals in Cannes (Hot d´Or) und Las Vegas (AVN Awards).
Michael Ninn heisst der Wunderknabe, welcher mit seinem mehrheitlich aus dem Computer geschaffenen und somit total künstlichen Pornofilm-Meisterwerk namens LATEX und dessen Fortsetzung SHOCK , Publikum und Kritiker begeisterte.
Nur die hinein kopierten Darsteller sind übrigens “echt”.
Der ehemalige Werbefilmer Ninn verstand es, seine ihn mittlerweile verehrende Anhängerschaft mit Morphings und rhythmisch zur Technomusik geschnittenen Sexszenen mit Verwunderung und in erregtem Zustand auf dem Sofasessel vor dem Fernseher zurück zu lassen.
Soviel Aufwand für einen Pornofilm? Hinter dem Rücken dieses High-Tech-Erotikers wird übrigens behauptet, dass Herr Spielberg höchst persönlich ihm seine Effektmaschine mit welcher er sein Dinosaurier Epos kreiert hatte, für die Umsetzung seiner düsteren Sexvisionen in einem totalitären Zukunftstaat zur Verfügung gestellt hätte.
Wem diese virtuellen Exzesse zu wild sind, wird vielleicht von einem neuen Talent in der amerikanischen Pornoszene namens Kris Kramski begeistert sein.
Der gebürtige Franzose brachte ein gutes Stück kreativen filmischen Avantgardismus in die sonst eher einfallslose “suck and fuck” Mentalität der Pornoindustrie.
Sein Film KLIMAXXX ist eine grobkörnige Reise durch eine verrückte Bilderwelt, bei der ein Freak Pissoirs in die Luft zu sprengen pflegt, eine Frau in einer Badewanne philosophiert, während ihr Menstruationsblut ins Wasser fliesst.
Es gibt Ärzte, welche es mit ihren von Kopf bis Fuss eingegipsten Patientinnen treiben oder ein riesiges ungarische Top Modell sich mit schwitzenden Stahlarbeitern vergnügt, dass die Funken nur so sprühen.
Kramskis Pornofilmvisionen sind eigenartige Experimente um das von vielen politisch und sexuell korrekten Moralaposteln verachtete “Schmuddelfilm” Porno-Genre anders zu inszenieren.
In MODELS zeigt er in Grossaufnahme das Setzen einer Potenzspritze in den Penis eines mit Erektionsproblemen behafteten Fotomodells.
In einer anderen Szene befriedigt sich eine gelangweilte Dame mit einer Klobürste und schiebt sich den Stil des Entstopfungsstöpsel in den Hintern hinein.
Nach diesem Akt der Selbstbefriedigung leckt sie noch an diesem und muss sich prompt übergeben.
Was für ein Realismus in der Porno-Utopia – aber steht er nach solchen Bildern auch noch dem Zuschauer? Haben wir es hier sogar mit einer Art von Anti-Pornographie zu tun?
Nicht nur in den Vereinigten Staaten stossen solche filmische Avantgardisten auf aufgeschlossene Produzenten, bei denen sie sich auf dem Spielplatz der Triebe und Liebe austoben dürfen.
In Frankreich verfilmte der “auteur” unter den französischen Pornofilmern Francis Leroi seinen REVES DE CUIR (dt.Titel: Geil auf Leder).
Ein Film, welcher wie eine pornographische Mischung aus X-FILES und Edgar Wallace Krimi wirkt.
Zara Whites entdeckt eine obskure Videokassette an einer Bushaltestelle (!), welche die Betrachterin sprichwörtlich in die Handlung hinein zieht, angereichert mit einer gehörigen Portion Sado-Masochismus und Ketten.
In einer berühmt berüchtigten Filmszene stehen die erregten fleischlichen Auswüchse der männlichen Libido 3-dimensional aus dem Fernseher ins heimische Wohnzimmer von Zara Whites, welche natürlich mit ihnen etwas anzufangen weiss.
Originalität und Pornographie sind plötzlich vereinbar. Die neue Generation der kreativen Pornographen führen die Zuschauer in Grenzbereich zwischen Kunst, Pornographie und Unterhaltungskino.
Dabei geht die Trennschärfe verloren und die “ordinäre Wichsvorlage” wird plötzlich für über 18jährige salonfähig.
Es wäre doch langsam an der Zeit, diese Filme aus der untersten Schublade des Bürgertums hervorzuholen, um diese ins Regal neben die anerkannten Klassiker erotischer Literatur zu stellen…einige hätten es zumindest verdient.
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Am 4. Juli 2008 um 21:25 Uhr
Porno Nachhilfe…
Ich hab euch mal einen richtig guten Link rausgesucht, wo man zum Thema Porno sogar noch was lernen Kann: Auf der Seite Pornosumpf.de gibt es einen guten Artikel zur Geschichte des “Hardcore Porno”. Denn Pornos gibt es länger als man denkt…